20 February 2026, 12:36

AfD-Politiker beschäftigen Familienmitglieder – Transparenz in der Kritik

Ein gelbliches, altes Stück Papier mit sauberer, lesbarer Schreibschrift, das angeblich ein Brief des deutschen Finanzministers an seine Frau ist.

AfD: Klaus Esser sollte keine Senioren mehr beschäftigen, die nicht arbeiten - AfD-Politiker beschäftigen Familienmitglieder – Transparenz in der Kritik

In ganz Deutschland sind mehrere Fälle bekannt geworden, in denen AfD-Politiker Familienmitglieder oder enge Vertraute für Bürotätigkeiten eingestellt haben. Medienberichten zufolge gibt es mindestens sechs Fälle, bei denen Abgeordnete der Partei Angehörige oder nahestehende Personen beschäftigt haben. Die Praxis wirft Fragen nach Transparenz und möglicher Bevorzugung innerhalb der Partei auf.

Besonders brisant ist der Fall des AfD-Landesabgeordneten Klaus Esser, der seine 80-jährige Ehefrau Rosemarie Z. in seinem Büro beschäftigt. Ihr hohes Alter hat Zweifel daran geweckt, ob sie die Aufgaben tatsächlich aktiv ausübt. Esser weist jeden Vorwurf von sich und betont, er setze sich für die Integration älterer Arbeitnehmer ein. Allerdings steht er bereits wegen anderer Vorwürfe vor Gericht, darunter eine Klage wegen angeblich gefälschter akademischer Abschlüsse.

Essers Ehefrau soll Teil eines größeren Netzwerks sein, zu dem auch das Parteimitglied Werner Z. gehört. Insider berichten, Werner Z. verlasse Parteiveranstaltungen häufig früh, um zu vermeiden, dass Rosemarie Z. zu lange allein zu Hause sei. Beide haben sich gegenüber Medien wie Der Spiegel zu der Vereinbarung nicht geäußert.

Weitere Fälle betreffen den AfD-Co-Vorsitzenden Tino Chrupalla, dessen Ehefrau seit 2017 in seinem sächsischen Landesbüro arbeitet. In Sachsen-Anhalt beschäftigt der Landtagsabgeordnete Ulrich Siegmund seinen Vater, Thomas Korell. Zudem zählen dazu Mary Khan-Hohloch, die Ehefrau eines AfD-Jugendfunktionärs, sowie Ansgar Schledde, dessen Frau in seinem Bundestagsbüro tätig ist. Auch andere Angehörige von Politikern aus Sachsen-Anhalt sind in Bundestagsbüros beschäftigt.

Die AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel hat die Risiken solcher Personalpraktiken eingeräumt. Sie forderte klarere rechtliche Regelungen, um Missbrauch zu verhindern, wenn Politiker Familienmitglieder oder enge Vertraute einstellen.

Die Enthüllungen setzen die AfD unter Druck, Vorwürfe der Vetternwirtschaft zu entkräften. Weidels Reformvorstoß unterstreicht die Notwendigkeit strengerer Richtlinien bei der Besetzung politischer Stellen. Die Fälle bleiben unter Beobachtung, während Kritiker von der Partei mehr Transparenz und Verantwortung fordern.

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