08 February 2026, 10:27

AfD-Kundgebung in Münster-Coerde zieht nur 60 Teilnehmer an – 450 bei Gegenprotest

Eine große Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße in Washington, D.C. am 21. Januar 2020 mit Plakaten und Bannern, einige fahren Fahrräder, Schilder mit Stöcken, Bäume und einen klaren blauen Himmel im Hintergrund.

AfD-Kundgebung in Münster-Coerde zieht nur 60 Teilnehmer an – 450 bei Gegenprotest

Rechtsextreme Kundgebung der AfD in Münster-Coerde zieht rund 60 Teilnehmer an – Gegenprotest mit 450 Menschen

Bei einer Kundgebung der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) in Münster-Coerde versammelten sich am Samstag etwa 60 Teilnehmer. Gleichzeitig zog eine deutlich größere Gegenveranstaltung rund 450 Menschen an, organisiert von lokalen Gruppen, die sich gegen die Politik der Partei stellen. Die Polizei sorgte während der gesamten Veranstaltung dafür, dass die beiden Demonstrationen räumlich getrennt blieben.

An der AfD-Kundgebung nahmen Parteimitglieder sowie ein Landessprecher teil; der Treffpunkt lag im Zentrum von Münster-Coerde. Unter den Anwesenden war auch Linus, ein 22-jähriger Pädagoge aus dem Münsteraner Raum. Er unterstützt die Position der AfD in Sachen Migrations- und Wirtschaftspolitik und argumentiert, Deutschland solle sich stattdessen auf innere Probleme konzentrieren, statt Entwicklungshilfe zu leisten. Als Beispiel nannte er ältere Menschen, die zum Lebensunterhalt Pfandflaschen sammeln müssten.

Gegen den Auftritt der AfD mobilisierten das Bündnis "Keinen Zentimeter den Nazis" und die lokale Initiative "Coerde ist bunt" eine Gegenkundgebung. Eve Lyn Gardias, eine Coerder Anwohnerin und Mitglied von "Coerde ist bunt", schloss sich dem Protest an und kritisierte die AfD dafür, keine echten Lösungen anzubieten. Die Partei mache stattdessen Minderheiten für gesellschaftliche Missstände verantwortlich, so ihre Aussage.

Die Polizei hielt die beiden Gruppen konsequent voneinander getrennt und verhinderte so direkte Auseinandersetzungen. Die Gegenkundgebung überflügelte die AfD-Veranstaltung zahlenmäßig deutlich – ein Zeichen für den starken lokalen Widerstand gegen die Botschaften der Partei.

Die Veranstaltung spiegelte die gespaltene Stimmung in Münster-Coerde wider: Die Teilnehmerzahl der Gegenproteste lag weit über jener der AfD-Kundgebung. Durch das polizeiliche Eingreifen verliefen beide Demonstrationen ohne Zwischenfälle. Öffentlich zugängliche Daten dazu, wie sich die politische Stimmung im Stadtteil seit der Wahl 2022 verändert hat, liegen nicht vor.