AfD-Jugendverband in NRW: Machtkampf zwischen Radikalen und Parteiführung
Lotta WagnerAfD-Jugendverband in NRW: Machtkampf zwischen Radikalen und Parteiführung
In der deutschen Rechtspopulisten-Partei AfD zeichnen sich neue interne Spannungen ab, während ihr kürzlich gegründeter Jugendverband Generation Deutschland (GD) in Nordrhein-Westfalen (NRW) seine erste Vorstandswahl vorbereitet. Über 300 junge Mitglieder werden sich in Iserlohn versammeln, um zwischen verfeindeten Lagern zu entscheiden – und bringen damit die Konflikte zwischen der Landesführung der Partei und ihren radikaler aufgestellten Kräften ans Licht.
Die neu gegründete GD ist ein direkter AfD-Ableger, dessen Mitgliedschaft auf Parteimitglieder beschränkt ist. Ihre Entstehung folgt auf die Auflösung der Jungen Alternative, der Vorgängerorganisation der GD, die vom deutschen Verfassungsschutz (BfV) als rechtsextrem eingestuft worden war. Der neue Verband will unter jungen Anhängern eine strengere Disziplin durchsetzen.
Bei der Wahl stehen sich zwei gegensätzliche Gruppen gegenüber. Auf der einen Seite die Landespartei-Führung um Martin Vincentz, der den 33-jährigen Manuel Krauthausen als Kandidaten unterstützt. Krauthausen hat in der Vergangenheit antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet und sich für eine Massen-„Remigration“ ausgesprochen. Auf der anderen Seite formiert sich die selbsternannte „patriotische“ Fraktion um den rechtsextremen Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich, der wegen ethnonationalistischer Positionen aus der AfD ausgeschlossen wurde, diesen Beschluss jedoch anfechtet. Helferichs Anhänger dominieren den vorläufigen Instagram-Account der GD. Ihr Kandidat für den GD-Landesvorsitz in NRW ist der 24-jährige Luca Hofrath. Zwar gibt es keine offiziellen Verbindungen zur rechtsextremen Identitären Bewegung, doch Hofrath trat bereits mit bekannten Rechtsextremen auf und pflegt enge Kontakte zu deren Kreisen. Ein Sieg von Helferichs Lager könnte die Ausrichtung der Partei in NRW grundlegend verändern – und sogar Vincentz’ Position gefährden, dessen Wiederwahl zum Landesvorsitzenden im März 2026 ansteht.
Das Ergebnis der GD-Vorstandswahl wird zeigen, ob der rechtsextreme Flügel der AfD in NRW weiter an Einfluss gewinnt. Sollte sich Helferichs Gruppe durchsetzen, könnte dies Vincentz’ Autorität untergraben und die Partei in eine noch radikalere Richtung drängen. Die Wahl wird mit Spannung erwartet, da sie wegweisend für die künftige Entwicklung der AfD sein könnte.