7.266 Bomben und Granaten: NRWs gefährliches Erbe aus dem Zweiten Weltkrieg
Lotta Wagner7.266 Bomben und Granaten: NRWs gefährliches Erbe aus dem Zweiten Weltkrieg
Kampfmittelräumdienste in Nordrhein-Westfalen bleiben Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg im Einsatz
Allein im Jahr 2024 hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) des Landes 7.266 explosive Altlasten entschärft – darunter 1.606 Bomben und 2.496 Granaten. Gleichzeitig führten Bauprojekte im vergangenen Jahr zu über 35.500 Anfragen für präventive Räumprüfungen.
Der KBD ist für die Beseitigung von Kriegsmunition und konventionellen Sprengkörpern in der gesamten Region zuständig. Oft beginnt seine Arbeit bereits vor dem Baubeginn neuer Gebäude, um sicherzustellen, dass die Flächen frei von versteckten Gefahren sind. Zu den 7.266 im vergangenen Jahr geräumten Objekten zählten Bomben, Granaten und andere gefährliche Kriegsrelikte.
Bei besonders riskanten Einsätzen kommt die Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungsgruppe (USBV) des Landeskriminalamts (LKA) zum Zug. Das 15köpfige Team, das seit 1981 aktiv ist, führt jährlich rund 800 Einsätze durch – etwa 300 davon betreffen die Entschärfung scharfer Bomben. Bei Bedarf unterstützt die Einheit auch andere Bundesländer.
Andreas Otte, USBV-Experte beim LKA, trägt bei seinen Einsätzen einen 60.000 Euro teuren Schutzanzug aus Kevlar und Keramikplatten. Die 40 Kilogramm schwere Ausrüstung benötigt 15 Minuten zum Anlegen und umfasst einen verstärkten Helm, während auf Handschuhe verzichtet wird, um präzise Arbeiten an Sprengkörpern zu ermöglichen. „Nachlässigkeit kann in diesem Beruf tödlich enden“, betont Otte – Konzentration und Präzision sind überlebenswichtig.
Das LKA setzt moderne Räumfahrzeuge mit ferngesteuerten Robotern ein. Laut Protokoll müssen alle Entschärfungen aus der Ferne erfolgen, um das Risiko für die Einsatzkräfte zu minimieren. Trotz hochmoderner Technik bleibt das Fachwissen des Teams entscheidend, um unberechenbare Gefahren zu meistern.
Die Arbeit von KBD und LKA zeigt, wie sehr die Altlasten des Krieges in Deutschland bis heute nachwirken. Jahr für Jahr werden Tausende Sprengkörper entdeckt – doch durch die präventiven Maßnahmen werden Unfälle auf Baustellen verhindert und die öffentliche Sicherheit gewahrt. Dank geschultem Personal, Schutzausrüstung und Ferntechnik gelten die Entschärfungsoperationen als so sicher wie möglich.






