250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe
Lotta Wagner250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe
Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt in Deutschland vorgestellt. Zu der Gruppe gehören Politikerinnen, Aktivistinnen und Prominente, die sich für Rechtsreformen und strengere Schutzmaßnahmen gegen digitale Gewalt einsetzen.
Die Initiative fordert die Einführung eines eigenen Straftatbestands für Femizide, um Gewalt gegen Frauen als eigenständiges Verbrechen anzuerkennen. Zudem verlangen sie eine schnellere Löschung schädlicher Online-Inhalte und klarere Regeln zur Identifizierung von Tätern.
Ihr Plan sieht ein Verbot von KI-gestützten "Nacktbild-Apps" vor, mit denen Menschen auf Fotos ohne ihr Einverständnis entkleidet werden. Darüber hinaus schlagen sie vor, nicht konsensuelle sexualisierte Deepfakes unter Strafe zu stellen, um die Verbreitung manipulierter expliziter Inhalte zu bekämpfen.
Die Gruppe unterstützt das "Nur Ja heißt Ja"-Modell für sexuelle Einwilligung, das bereits in sechs Bundesländern eingeführt wird – Berlin, Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Dieser Ansatz verlagert den rechtlichen Fokus auf aktive Zustimmung statt auf Widerstand.
Zu den Mitgliedern des Bündnisses zählen SPD-Vorsitzende Bärbel Bas, die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner, Moderatorin Carolin Kebekus, Schauspielerin Veronica Ferres, Musikerin Nina Chuba und Klimaaktivistin Luisa Neubauer.
Die Vorschläge zielen darauf ab, den rechtlichen Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt und digitalem Missbrauch zu stärken. Bei Umsetzung würden die Maßnahmen neue Straftatbestände schaffen, Einwilligungsgesetze verschärfen und den Einsatz schädlicher KI-Tools einschränken. Sechs Bundesländer haben bereits erste legislative Schritte unternommen, um Teile des Plans umzusetzen.






