19-Jähriger kämpft für Wahlrecht ab 16 in NRW vor der Landtagswahl 2027
Ella Kraus19-Jähriger kämpft für Wahlrecht ab 16 in NRW vor der Landtagswahl 2027
Ein 19-jähriger Student aus Bielefeld setzt sich für mehr jugendliche Stimmen in der Politik ein. Jannis Auffenberg fordert, das Wahlalter in Nordrhein-Westfalen rechtzeitig zur Landtagswahl 2027 auf 16 Jahre zu senken. Sein Argument: Die aktuellen Altersgrenzen schließen junge Menschen von Entscheidungen aus, die ihre Zukunft prägen.
Auffenberg hat bereits bei mehreren Wahlen seine Stimme abgegeben – etwa bei der Europawahl 2024, der letzten Bundestagswahl und den Kommunalwahlen 2025. Doch für ihn reicht Wählen allein nicht aus. Sein Eindruck: Politikerinnen ignorieren nach der Wahl oft die Anliegen der Bürgerinnen und behandeln Wahlen wie eine reine Formalie.
Er hinterfragt, warum das Wahlalter bei 18 Jahren liegen soll, und nennt die Grenze willkürlich. Für ihn sollte die Stimme einer 16-Jährigen genauso viel zählen wie die eines älteren, erfahreneren Wählers. Sein Engagement geht über Wahlen hinaus: Junge Menschen müssten in allen gesellschaftlichen Bereichen mitreden – von der Politik bis zu sozialen Themen.
Auffenberg ist zudem bei der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend (AEJ) aktiv, einer protestantischen Jugendorganisation, die sich für mehr jugendliche Mitbestimmung in der Bundespolitik einsetzt. Er kritisiert das hohe Durchschnittsalter der Politiker*innen und wirft ihnen vor, ohne direkten Austausch die Perspektiven jüngerer Generationen nicht zu verstehen. Als Lösung fordert er bessere politische Bildung und leichteren Zugang zu politischen Prozessen.
Daten zum Alter von Politikerinnen in den anderen 15 Bundesländern sind rar. Zwar gibt es vereinzelte Aufzeichnungen – etwa über Kandidatinnen in Baden-Württemberg, die bei der Wahl 2026 zwischen 18 und 82 Jahre alt waren –, doch fehlen klare Trends, wie sich das Alter der Abgeordneten in den letzten fünf Jahren entwickelt hat. Diese Informationslücke untermauert Auffenbergs These, dass junge Standpunkte systematisch übergangen werden.
Seine Kampagne zeigt: Zwischen Jugendlichen und politischer Entscheidungsfindung klafft eine Lücke. Mit seiner Forderung nach einem niedrigeren Wahlalter und mehr Jugendbeteiligung will er die Politik in Nordrhein-Westfalen verändern. Ohne Reformen, warnt er, würden die Anliegen junger Menschen auch künftig in zentralen Debatten ignoriert.