10-Euro-Gebühr beim Gräfrather Marktfest: Senioren fühlen sich ausgeschlossen
Lotta Wagner10-Euro-Gebühr beim Gräfrather Marktfest: Senioren fühlen sich ausgeschlossen
Der Solinger Seniorenbeirat hat die neue Eintrittsgebühr von 10 Euro für das Gräfrather Marktfest scharf kritisiert. Die Arbeitsgruppe gegen Altersarmut argumentiert, dass die Kosten eine Hürde für ältere Bürger darstellen – insbesondere für diejenigen mit kleinen Renten. Die Veranstalter verweisen auf steigende Sicherheitsausgaben, die die Gebühr rechtfertigten, doch Kritiker betonen, dass sie den Zugang zu einem langjährigen Gemeinschaftsfest einschränkt.
Die 10-Euro-Gebühr, von der lediglich 2 Euro als Essensgutschein zurückerstattet werden, macht es vielen Rentnern schwer, sich den Besuch überhaupt leisten zu können. Der Beirat weist darauf hin, dass ein einziger kostenloser Familientag am Sonntag älteren Menschen, die allein leben und an anderen Tagen teilnehmen möchten, kaum hilft. Für sie war das Fest stets ein zentraler sozialer Treffpunkt, der Verbindung und Zugehörigkeit stiftete.
Kritiker sehen in der Gebühr einen symbolischen Wandel: Aus einer offenen Veranstaltung werde ein exklusives Erlebnis. Der Beirat warnt, dass dies die Isolation älterer Menschen vertiefen könnte, da Altersarmut in Solingen längst keine Seltenheit mehr ist. Als Alternativen schlagen sie gestaffelte Preise, Seniorenermäßigungen oder höhere städtische Zuschüsse vor, um die finanzielle Belastung zu verringern.
Die Debatte geht über das Fest hinaus und wirft die Frage auf, wer sich überhaupt noch an lokalen Traditionen beteiligen kann. Während die Veranstalter auf unvermeidbare Kosten verweisen, betont der Beirat, dass Lösungen sowohl wirtschaftliche Zwänge als auch soziale Verantwortung berücksichtigen müssen.
Der Seniorenbeirat setzt sich weiterhin für Änderungen ein und argumentiert, dass die aktuelle Gebührenstruktur benachteiligte Bürger unfair ausschließt. Ohne Anpassungen könnte die Rolle des Festes als sozialer Mittelpunkt der Gemeinschaft schwächer werden – und viele ältere Menschen wären von der Teilnahme ausgeschlossen. Nun geht es darum, ob die Stadt alternative Finanzierungs- oder Preismodelle prüfen wird.






